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Mit der Situation fühlen Sie sich überfordert und versuchen, Hilfe beim örtlichen Tierheim zu bekommen, wo Sie aber niemanden erreichen. Sie wenden sich deshalb an den Tierschutzverein, der sich der Tiere auch annimmt.
 

Sie haben die Katzenmutter schon in Ihr Herz geschlossen und vereinbaren mit dem Verein, das Tier zu übernehmen, wenn sich der Besitzer nicht meldet.
Sie machen deutlich, dass Sie bereit sind, für die entstehenden Kosten wie Kastration, Impfung und Kennzeichnung aufzukommen. Sie erfahren, dass die Katzenfamilie in einer Pflegestelle untergebracht wird. 

Damit der Kontakt zwischen der Mutterkatze und Ihnen nicht abreißt, fahren Sie 1x wöchentlich die knapp 16 km zur Pflegestelle und besuchen das Tier...

Plötzlich ist die Rede von 350 Euro, die Sie an den Tierschutzverein bezahlen sollen, wenn Sie die Katze übernehmen wollen.
Das ist viel Geld!

Von Seiten des Vorstands werden Sie unfreundlich gefragt, ob Sie nicht schon genug Katzen hätten…?  Ja, Sie haben schon vier Katzen – alle kastriert, geimpft und gekennzeichnet.
Sie machen, was wohl jeder in dieser Situation machen würden – Sie ärgern sich!
Sie ärgern sich so sehr, dass Sie davon auch anderen Menschen erzählen. Warum auch nicht!?
Natürlich wollen Sie nach wie vor die üblichen Kastrations-, Impfungs- und Kennzeichnungskosten übernehmen, aber 350 € ??
Sie sind die Finderin, wohlgemerkt.

Hier könnte die Geschichte zu Ende sein. Sie erzählt eine wahre Begebenheit.

Gleichzeitig, während sich das eben Erzählte abspielte und von dem ich da noch gar nichts wusste, lese ich auf der Fb-Seite des Tierschutzvereins Wesermarsch folgende Meldung:
 

Tragende Katze gefunden!
Diese hübsche Karthäuser-Katze wurde am 29.05.014 aufgefunden.
Sie war hochtragend, ist weder gechipt noch tätowiert.
Die Katze ist recht außergewöhnlich und auffallend. 
Recherchen haben ergeben, dass die Katze vermutlich aufgrund der Trächtigkeit ausgesetzt wurde. Drei Tage nach Auffinden hat sie 5 Babys geboren.
Die ganze Katzenfamilie wird z.Zt. liebevoll auf einem Pflegeplatz des Tierschutzverein Wesermarsch e. V. versorgt. 
Wir führen diesen Fall unter der Bearbeitungsnummer 1112.
Danach wurde der Ansprechpartner genannt.

 

Ich habe die Meldung gelesen und mir sind sofort zwei Dinge aufgefallen:
 

  1. Es wird kein Fundort angegeben (sehr ungewöhnlich, denn bei jeder anderen Fundmeldung steht auch immer der Fundort)
     

  2. Folgender Satz: „Recherchen haben ergeben, dass die Katze vermutlich aufgrund der Trächtigkeit ausgesetzt wurde. Drei Tage nach Auffinden hat sie 5 Babys geboren.“
     

Zu 1. :  in einem Kommentar unter der Fundmeldung fragt jemand: wo wurde die Katze denn gefunden?

Die Antwort des Tsw:  Der Tierschutzverein Wesermarsch e. V hat in diesem Fall bewusst nicht den Fundort angegeben, da wir jedes Mal, wenn ein Rassetier gefunden worden ist, getürkte Anrufe eingingen, in denen behauptet wurde, es sei deren verlorene Katze. Wir sind der klaren Auffassung, wer diese relativ seltene Katze sucht und sie bei uns im Internet sieht - und der wirkliche Besitzer ist - wird ganz klare Angaben zum Verlustort, sowie weitere detaillierte Angaben zu diesem Tier machen können. Als Tierschutzverein haben wir eine große Verantwortung gegenüber unseren Fundtieren und nehmen diese auch sehr ernst! Wir bitten daher um Verständnis.
 

So weit, so gut - auf diese Antwort komme ich etwas später nochmal zurück.

Zu 2. :  Recherchen haben ergeben… vermutlich… ausgesetzt. 

Also – wenn man recherchiert hat, dass die Katze aufgrund ihrer Trächtigkeit ausgesetzt wurde, müsste man doch eigentlich den Besitzer gefunden haben, der einem diesen Grund nennt oder dessen Verhalten eindeutige Schlüsse zulässt.
Man kann vermuten, dass etwas wahrscheinlich so ist.… oder man kann wissen, dass etwas so oder so ist… aber man kann nicht recherchieren, dass ein Tier wahrscheinlich ausgesetzt wurde.
Eine Recherche hat immer ein Ergebnis zur Folge, weil man gesicherte Erkenntnisse hat - Vermutungen kann ich jedoch jederzeit anstellen - ohne die geringste sichere Grundlage oder Fakten.
 

Finden Sie das jetzt kompliziert? Es wird noch besser! 
 

Natürlich machte ich mir Gedanken darum, weshalb so ein Geheimnis um den Fundort gemacht wurde.

Und (zu 1.) der Halter wird selbstverständlich Angaben zum Verlustort machen können, aber – was hat dieser mit dem Fundort zu tun?
Wir alle wissen doch inzwischen, dass Katzen auch hunderte Kilometer vom Verlustort entfernt auftauchen können. Nennt ein Halter also den Verlustort, was soll das beweisen oder auch nicht beweisen?
 

Nein, dass da etwas anderes dahinterstecken musste, das war mir klar. Dafür kenne ich den Verein schon zu lange…

Am 2. August erschien in der Kreiszeitung Wesermarsch ein kleiner Artikel:
 

Gemeinde Butjadingen
Zuhause für sechs Katzen gesucht
02.08.14 / KzW

Butjadingen
Der Tierschutzverein Wesermarsch hat in Butjadingen eine Katze aufgefunden, die unterernährt und trächtig war. Es handelt sich hierbei um eine Scottish-Blue-Faltohr-Karthäuser-Mix Katze namens Sina.
Den Vereinsmitgliedern gelang es trotz intensiver Bemühungen nicht, die Besitzer ausfindig zu machen. Während sie das Tier aufpäppelten, gebar es seine Jungen-fünf putzmuntere Katerchen.
Alle Tiere sind entwurmt, geimpft und tierärztlich untersucht. Die Mutter ist ein anhängliches, manchmal schreckhaftes Tier. Die Jungen sind topfit und zeigen keine Scheu gegenüber Menschen.
Mehr Infos unter…(Telefonnummern Tsw)

 

Wer sich an den Anfang der Geschichte erinnert, weiß – die Kleinen wurden noch bei der Finderin geboren und nicht, wie in dem Artikel geschrieben, beim Tsw, während sie das Tier "aufpäppelten".

Und apropos „aufpäppeln“: die noch bei der Finderin gemachten Fotos zeigen eine wohlgenährte, entspannte Katze, die man ganz sicher nicht päppeln musste!
 

Dem Zeitungsartikel hing übrigens ein Foto der fünf Jungtiere an - jedoch keines der Mutterkatze!
Der rechtmäßige Besitzer würde sicher seine Katze erkennen - aber doch auf gar keinen Fall die Katzenwelpen….
 

„Soso“…dachte ich mir, “ in Butjadingen also…“ zuerst so ein gehütetes Geheimnis und nun in der Presse?
Und warum steht dort, dass eine Katze namens Sina gefunden wurde?
Trug die Katze bei Fund ein Namenskettchen? Oder war sie gechipt und bei Tasso auf den Namen Sina registriert? Hatte man den Halter gefunden, der das Tier ausgesetzt hat?
Konnte ja sein… Fragen über Fragen.
 

Auf einige meiner Fragen bekam ich ganz unerwartet Antworten, als ich mir in Nordenham einen Fundkater ansah. Seine Finderin besaß eine Scottish Fold und während wir so redeten, erzählte sie mir von einer kürzlich ganz in der Nähe zugelaufenen, tragenden Scottish Fold… sie wusste, wo und wann diese gefunden worden war – nämlich gar nicht in Butjadingen, sondern in Nordenham - allerdings kannte sie den Namen der Finderin nicht.
Aber das herauszufinden, war für uns eine leichte Übung.

Besonders verblüffend: Bei Wald- und Wiesenkatzen bekommen Hilfesuchende vom Tierschutzverein stets die Antwort: „Für Nordenham sind wir nicht zuständig. Da müssen Sie das Tierheim anrufen!“ Bei einer Scottish Fold sah das wohl anders aus….

Und nun komme ich wieder zu 1. - Wo wurde sie denn gefunden?
 

Zur Erinnerung hier noch einmal die Aussage des Tsw:
Der Tierschutzverein Wesermarsch hat in diesem Fall bewusst nicht den Fundort angegeben, da wir jedes Mal, wenn ein Rassetier gefunden worden ist, getürkte Anrufe eingingen, in denen behauptet wurde, es sei deren verlorene Katze. Wir sind der klaren Auffassung, wer diese relativ seltene Katze sucht und sie bei uns im Internet sieht - und der wirkliche Besitzer ist - wird ganz klare Angaben zum Verlustort, sowie weitere detaillierte Angaben zu diesem Tier machen können.

Besonders beeindruckt hat mich ja der letzte Satz:

Als Tierschutzverein haben wir eine große Verantwortung gegenüber unseren Fundtieren und nehmen diese auch sehr ernst! Wir bitten daher um Verständnis
 

Das klingt erst einmal sehr gewissenhaft und so ziemlich jeder, der das liest, nickt stumm und ehrfürchtig… wenn man nicht die wahre Geschichte kennt!
Unserem Verein war mittlerweile bekannt geworden, dass die Finderin der Katze das Tier nur dann zurückbekommen sollte, wenn sie 350 Euro an den Tierschutzverein bezahlt.
Auf Nachfrage bestätigte uns die Finderin das Gehörte. Wir nahmen jetzt eine ganz normale Fundmeldung auf und die Finderin stellte uns Fotos des Tieres zur Verfügung.
 

Was dann passierte, damit hatten weder wir noch die Finderin gerechnet:

Die Vorsitzende des Tierschutzvereins rief bei ihr an und beschimpfte sie in etwa mit den Worten, was ihr denn einfiele, den Tiersuchdienst Wesermarsch einzuschalten!?
Und sie drohte der Finderin mit einem Anwalt, sollte sie noch weitere Lügen erzählen, wie z.B., dass sie 350 Euro für die Katze bezahlen solle…
So wurde es uns von der aufgelösten Finderin berichtet - die die Welt nicht mehr verstand, schließlich hatte sie doch nur gesagt, was tatsächlich geschehen war!

(Die Finderin hatte uns, wie gesagt, nicht eingeschaltet und wenn sie es getan hätte, wäre das ihr gutes Recht und schließlich im Sinne des Tieres: Jede Hilfe ist wichtig, um einen Halter zu finden.)
 

Wir veröffentlichten wie üblich die Fundmeldung mit einem Foto auf unserer Homepage und auf der Fb-Seite, mit dem wahren Fundort natürlich.
Prompt meldete sich die Vorsitzende des Tsw wieder bei der Finderin, und, wie sie uns sagte, war diesmal der Ton nicht freundlicher als beim 1. Telefonat.
Die Vorsitzende sagte (obwohl 'sagen' eigentlich nicht der richtige Ausdruck ist ...) diesmal, dass sie wohl das Muttertier übernehmen könne, aber erst in einem halben Jahr und nur, wenn sie sämtliche bisher angefallenen und noch weiter anfallenden Kosten übernehmen würde… aha… soweit also zu der Sache mit den „gelogenen“ 350 Euro…)

Dann möchte ich noch einmal auf den Zeitungsartikel zurückkommen:
 

Den Vereinsmitgliedern gelang es trotz intensiver Bemühungen nicht, die Besitzer ausfindig zu machen
 

Sie haben sich nicht intensiv bemüht!
Hätte man das getan, hätte man, statt der zu vermittelnden Jungtiere ein Bild des Muttertieres veröffentlicht.
Und – man hätte doch sicher nichts dagegen haben können, dass auch der Tiersuchdienst den Besitzer sucht. Jede Verbreitung ist hilfreich!

Die Katzenmutter und ihre Jungen stehen übrigens jetzt zur Vermittlung auf der Seite des Tierschutzvereins Wesermarsch. Warum die Finderin also noch ein halbes Jahr auf ihr Recht, die Mutterkatze übernehmen zu können, warten soll, ist mir ein Rätsel.

Sie denken jetzt vielleicht darüber nach, dass es doch vielleicht ganz richtig ist, der Finderin die gesamten Kosten für die Unterbringung und Behandlung aufzuerlegen, aber - so läuft das nicht bei Tierschutztieren.
Stellen Sie sich vor, sie holen sich einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim und man sagt Ihnen: „Tjaha, der ist aber schon 2 Jahre hier, hatte sich das Bein gebrochen und eine langwierige Augenentzündung - das müssen Sie nun erstmal alles zahlen plus die Futterkosten und unsere Arbeit, dann können sie das Tier kriegen.“
Wäre die gleiche Situation.
Und hier kommt noch hinzu, dass es sich um die Finderin des Tieres handelt - die einen vom Gesetzgeber klar festgelegten Anspruch auf das Tier hat! Ohne Wenn und Aber.

Und ein Vorstand eines Tierschutzvereins sollte die Rechtslage kennen.
 

Wenn ich eine Börse mit 100 € finde und beim Fundbüro abgebe, gehört sie nach 6 Monaten mir, wenn sich kein Eigentümer finden lässt. Und ich muss dafür dann nicht 100 € zahlen plus den Wert der Börse!
 


Hier einmal die Gesetzeslage:
 

Mit Ablauf von sechs Monaten nach Anzeige bei der zuständigen Behörde erwirbt der Finder Eigentum an der Sache, wenn ihm bis dahin weder der Empfangsberechtigte bekannt geworden ist noch sich dieser bei der Behörde gemeldet hat (§ 973 Abs. 1 BGB). Ist der Wert der Sache jedoch geringer als 10€, so beginnt die 6-monatige Frist bereits mit dem Tag des Fundes. Allerdings muss der Finder noch drei Jahre lang das Erlangte nach den Regeln über die ungerechtfertigte Bereicherung herausgeben.
 

Fundtiere unterliegen hinsichtlich des Eigentumserwerbs den gleichen Fristen wie Fundsachen, können jedoch nach einer Frist von vier Wochen durch die zuständige Behörde weitervermittelt werden. Das Tier kann also an den Finder oder eine dritte Person weitervermittelt werden, jedoch ohne dass diese Eigentum an dem Tier erwerben. Der Eigentumserwerb erfolgt weiterhin nach Ablauf der 6-monatigen Frist.


Etwas später erschien über der Fundmeldung des Tsw auf deren fb-Seite noch folgender Text:

14. Juni
Neues von unserer Schottischen Faltohr-/Karthäuser Fundkatze: 
Für unsere liebe Fundkatzen-Mama mussten wir dringend und ganz unplanmäßig eine große Operation vornehmen lassen.

 

Wie wir  von der Finderin erfuhren, hatte das Tier eine Gebärmutterentzündung. Sollte der Hinweis auf die Op die Besitzer womöglich abschrecken, aus Angst vor den hohen Kosten, damit die sich gar nicht melden - und womöglich auch noch ihren Anspruch auf die Kitten erheben? Oder soll der Hinweis auf die Op zeigen, wieviel Geld sie für Tiere ausgeben?

Wär ja gar nicht ihre Sache gewesen!
Nordenhamer Fundkatze = Nordenhamer Tierheim = Nordenhamer Kosten! 
Das hätte ihren Verein gar nichts gekostet!

 

Und wir erinnern uns, in aller Regel kriegen Nordenhamer Hilfesuchende die Antwort: „Dafür sind wir nicht zuständig.“

Was ich denke, warum sie eine tragende Rassekatze aufgenommen haben, die sie nicht hätten aufzunehmen brauchen, behalte ich für mich.

Sie haben erst kürzlich „wegen Platzmangel“ abgelehnt, Jungtiere aufzunehmen (Wald- und Wiesen-Katzen allerdings…) Auch dringend hilfsbedürftige, kranke Jungtiere übrigens.  
 

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Es gibt, das denke ich, nur einen Grund, weshalb der Fundort der Katze verschwiegen wurde – der Tierschutzverein wollte nicht, dass wir davon erfahren und sich damit deutlich die Chance erhöht hätte, einen Eigentümer zu finden.
Eine rentable Einnahmequelle wäre womöglich verloren gegangen. Kitten einer Faltohrkatze sind ganz einträglich...
 

Die Geschichte ist übrigens noch nicht zu Ende.
Wir hatten ein langes, ausführliches Gespräch mit dem zuständigen Nordenhamer Ordnungsamtsleiter.

Warten wir’s ab.
Wir halten Sie auf dem Laufenden.


 

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